Palak Paneer weckt schöne Erinnerungen bei mir. Zum Beispiel an unseren standesamtlichen Hochzeitstag. An diesem Tag heirateten wir in unserem Stadtpalais ganz unter uns. Wir, Mini-Me, Eltern, Geschwister mit Anhang und meine Großeltern. Es sollte eine der letzten Familienfeiern mit allen werden, kein Jahr später starb meine Omi und wenige Monate danach folgte mein Großvater. Aber an diesem Tag war alles perfekt. Alle da, meine Omi weinte ein bisschen vor Rührung, obwohl die Trauung gar nicht kitschig war. Sie freute sich aber so, die Hochzeit eines Enkelkindes zu erleben (ich bin nach wie vor die Einzige, die geheiratet hat), da sie damals schon spürte, dass sie zur kirchlichen Hochzeit 10 Monate danach nicht mehr kommen könnte. Sie ist genau 10 Tage davor gestorben.
Das Standesamt hier ist neben einer großen Kirche und genau gegenüber ist unser Lieblings-Inder. Wir wählten ihn nicht nur aus logistischen Gründen (zwei betagte Leute mit Rollatoren), sondern auch weil wir zwar selten, aber gerne dort essen. Und immer wenn ich da bin, esse ich Palak Paneer.
Wenn ich Palak Paneer esse, denke ich an diesen schönen Tag, an dem wir "ja" zueinander sagten, an dem alle nochmal zusammen waren und an dem mein Mann einen unendlich umständlichen Doppelnamen angenommen hat, um wenigstens halb nicht mehr anders zu heißen als Mini-Me und ich. ❤
Man kann sagen, ich bin ein bisschen wehmütig wenn ich Palak Paneer zubereite. So fühle ich mich momentan eigentlich gar nicht. Ein neuer Abschnitt steht aber unweigerlich in zwei Wochen an und ich lasse eine sehr negative berufliche Erfahrung und extrem herausfordernde Zeit hinter mir.
Vielleicht brauchte ich einfach mal wieder den Geschmack auf der Zunge um mich besser zu erinnern (Geruch und Geschmack sind sehr eng mit unserem Gedächtnis verknüpft).
Es ist ein vegetarisches Gericht mit Käse und Spinat, welches seinen Ursprung in der indischen Küche hat. Überraschenderweise kennen es eigentlich recht wenig Leute. Zuerst gegessen habe ich es 2012, als wir mein erfolgreiches Staatsexamen feierten - wieder so eine Erinnerung. Hier habe ich es für den geneigten Europäer ein bisschen angepasst (falls sich jemand fragt "RAHMSPINAT? SAKRILEG!").
Palak Paneer für 2 Personen ohne Beilagen
Paneer:
1L Milch
200g Quark
3EL Zitronensaft
Salz
Den Paneer macht man für mein Empfinden am Besten einen Tag vor dem ganzen Gericht. Ein Käsetuch oder Nussmilchbeutel können hier nützlich sein, aber meinen allerersten Paneer habe ich auch mit einem Sieb und einem Küchenhandtuch gemacht. Das ist auch der Grund dafür, dass ich meine Küchenhandtücher nicht mehr mit Weichspüler wasche "Paneer Frühlingsbrise" ist leider nicht der Oberhammer.
In einem Topf erhitzt man unter ständigem Rühren die Milch. Das ist essenziell wichtig, damit sie nicht anbrennt. Wenn sie anfängt zu kochen und hochkommt (darum nehme ich immer einen recht großen Topf), nehme ich den Topf sofort von der heißen Platte und füge den Zitronensaft und Quark hinzu. Das lasse ich jetzt ein paar Minuten stehen, die Molke trennt sich vom Käsebruch.
Jetzt nimmt man eine Schüssel, ein Sieb welches auf die Schüssel passt aber nicht ganz hineingeht und ein Küchenhandtuch/Käsetuch. Sieb auf die Schüssel und Tuch ins Sieb. Jetzt wird der Inhalt des Topfes dort hinein gegossen. Sobald die Molke abgelaufen ist, salzt man nach Belieben.
Die Molke nicht wegschütten, man kann sie mit Fruchtsaft trinken, für Proteinshakes statt Milch nutzen oder Suppen damit verfeinern.
Wenn es etwas abgekühlt ist, kann man den Käse in das Tuch eindrehen und nochmal etwas ausdrücken und formen. Danach luftdicht verschlossen in den Kühlschrank stellen.
Palak:
ein Paket Rahmspinat
300g Blattspinat (gefroren)
1/2 TL Chilliflocken
1 TL Cumin
1 TL Cayennepfeffer
1 TL Koriander
1/2 TL Ingwerpulver
einen Faden Safran
1 TL Kurkuma
Salz
Den Safran in einem Esslöffel Wasser einweichen und nach ca. 30 Minuten in einen Topf geben. Die Spinatsorten gemeinsam dazu und kurz aufkochen. Dann nach Belieben mit den Gewürzen abschmecken. Am Ende den Käse würfeln und unterrühren - dann ist es getan.
Es reicht von der Menge her absolut dicke für zwei Personen - ohne Beilagen. Wenn man Reis, Naan oder Bhatura dazu reicht, werden davon eher vier Personen satt.


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