Im Sommer werden in Mutters Garten die Feigen reif, sodass sie saftig und schwer einfach irgendwann auf den Boden plumpsen und der Saft sich über den Boden verteilt. Die Schildkröte freut sich dann sehr. Und wir auch, denn man braucht eigentlich für dieses Rezept nur eine einzige große, saftige Feige.
In Kombination mit lockerem Hefeteig und salzigem Feta ist das ein Essen für Feinschmecker. Mini-Me fand es etwas gewöhnungsbedürftig und hat erst mal lustig dreingeschaut, aber es dann klaglos in sich geschaufelt.
Oft höre ich: "Oh, dein Kind isst ja alles, wie machst du das nur?". Nun zum Einen denke ich, dass ich einfach ein bisschen Glück habe (außerdem isst er nicht ALLES, Honig und einige Obstsorten sind hier ein riesiges Thema...). Aber damit hört es nicht auf. Ich betrachte es als meine Aufgabe, ihm alles mögliche anzubieten und auch bei Dingen, die er nicht so gerne hat nicht nachzugeben.
Bei meinen Eltern galt: Eins wird gegessen. Hieß beispielsweise: Wenn man keinen Spargel mochte, so sollte man zumindest eine Stange essen. Es gibt daher nicht viel, was ich bis heute nicht mag. Irgendwann legte sich so ziemlich jede Abneigung (bis auf Chicorée, auch wenn ich ihn in regelmäßigen Abständen trotzdem wieder mache, nur um sicherzugehen).
So handhabe ich das auch bei Mini-Me und bis auf Honig, Sauerkirschen, Rosinen und Giersch hatten wir in der letzten Zeit keine Probleme.
Auch dass wir alles essen hilft ihm. Kinder lernen viel durch abgucken. Mein Mann mag keine Auberginen, ich liebe sie. Also was tun wenn ich welche mache? Er isst sich ohne eine Miene zu verziehen durch seine (etwas kleinere) Portion und alles ist gut. Wir haben von Anfang an die Absprache, dass es von uns kein: "Bah, das ist ekelig!" während des Essens zu hören gibt. Wenn wir aber gefragt werden: "Mama, magst du keinen Chicorée?", antworte ich wahrheitsgemäß, dass ich ihn nicht so gerne esse, es aber wichtig ist, alles zu probieren.
Warum machen wir das so? Der Grund ist ganz einfach: Ich bin faul! Wenn ich Lust auf Aubergine habe, koche ich nicht noch etwas anderes damit mein Mann "sein" Gemüse bekommt. Hat mein Mann Lust auf Pilze (die ich auch nicht so super zwingend haben muss, es sei denn im Burrito-Hack), esse ich nicht nur ein langweiliges Brot. Und daraus ergab es sich dann. Man findet dann aber auch immer wieder Dinge, die einem doch schmecken.
Wie ihr lesen könnt, schweife ich gerade ziemlich ab, daher kommt jetzt das Rezept für meine kleine, easy peasy Focaccia mit Feigen und Feta
Hefeteig:
250g Mehl
150ml Wasser
3-4g Trockenhefe (halbes Päckchen)
1/2 TL Salz
ein Schuss Olivenöl
Belag:
eine reife, große, saftige Feige
100g Feta
etwas grobes Salz
eine Frühlingszwiebel
Chilliflocken, getrocknete Salatkräuter
Olivenöl
Zunächst der Teig. Alles miteinander verkneten und eine Stunde aufgehen lassen.
Dann nochmal durchkneten, mit einem Nudelholz etwa auf die Fläche eines Backbleches bringen und erneut 10-15 Minuten gehen lassen. Den Ofen auf 200°C Unter-/Oberhitze vorheizen.
Jetzt kommt der Belag lustig bunt verteilt darauf (die Frühlingszwiebel habe ich allerdings nicht mitgebacken, die kam als der Extra-Crunch oben drauf) und das Ganze im Ofen etwa 20 Minuten backen lassen.
Entweder isst man sie dann schön warm direkt aus dem Ofen zu einem Salat oder man lässt sie erkalten. Auch am nächsten Tag kurz aufgewärmt schmeckt sie super, es ist aber wichtig sie im Kühlschrank abzudecken weil sie sonst stark austrocknet.
Mit dem Teig kann man auch eine Pizza machen. Letzte Woche gab es auf diesem Teig eine Pizza Margharita vegana. Man kann damit also eine ganze Menge machen.
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