Es gibt ja so Rezepte und Gerichte, die kennt man schon seit neunzehnhundert Knäckebrot und sie verlieren nichts von ihrem Charme. "Schlemmerfilet" gehört bei mir definitiv dazu. Das entsprechende Würzprodukt hatte einen eingängigen Werbesong, den ich bis heute im Ohr habe. Außerdem fand ich den singenden Fisch-Teller in der Werbung sehr lustig. Wir Kinder wollten das ständig essen. Und warum auch nicht, Fisch ist gut, sollte man definitiv öfter essen und auch Kinder können das mögen (mein Mini-Me liebt Fisch mit und ohne Panade - aber er ist auch ganz easy beim Thema Essen).
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| Klein-Märi hat auch gerne gemalt. |
Vor vielen Äonen wie es scheint, schenkte meine Mutter mir mal ein Blanko-Notizbuch, welches ich bis heute noch nicht voll habe (aber ich arbeite fieberhaft daran). Das allererste Rezept darin ist "Schlemmerfilet à la Bordelaise", und ich erinnere mich noch gut an den Tag, als sie mir das diktierte und ich es stümperhaft mit meiner Kinderklaue eintrug. Das wird so 1997 gewesen sein. Meine Mutter hatte zwar ab und zu mal Fixtüten im Haus, aber die bekamen wir selten. Heute morgen haben wir noch telefoniert und sie sagte zu meinem Plan, es mal wieder zu machen: "Aaaach, das hab ich doch nur so irgendwie zusammengesponnen...", aber die liebe Frau stellt ihr Licht gerne mal unter den Scheffel, Mann und Mini waren jedenfalls absolut begeistert. Noch während ich kochte, kamen sie ständig in die Küche: "Was riecht hier so gut? Was kochst du denn? Ach das riiiiiiecht so gut!".
Da ich persönlich Wein lieber trinke als im Essen zu haben, habe ich mich für Gemüsebrühe in meiner Version entschieden. Kam auch bei Mini besser an als Wein das je gekonnte hätte. Man könnte auch 50/50 machen, wenn man das Weinaroma ganz zart haben möchte.
Beim Fisch kann man nehmen was man mag, meine Wahl fiel heute auf Köhler (was als "Seelachs" verkauft wird). Den habe ich zwar tiefgefroren eingekauft, aber über Nacht auftauen lassen, damit man es beim Schneiden einfacher hat - finde ich. Wer Kinder hat, sollte nicht unbedingt auf "praktisch grätenfrei" vertrauen und mal zumindest die dickeren Stücke des Fisches untersuchen, ansonsten kann man auch alles auseinanderfransen wenn es fertig ist, bevor der Nachwuchs es verspeist.
Es ist erschreckend einfach und recht schnell fertig, also keine Panik.
Schlemmerfilet à la Bordelaise (4 Portionen)
500g Fisch
100ml Weißwein oder Gemüsebrühe
100g Butter
120g Paniermehl oder Panko
Salz, Pfeffer, Zitronensaft, Curry, getrocknete Petersilie, getrockneter Dill
Zunächst den Fisch so schneiden, dass er in eine Auflaufform passt und diese ausfüllt. Dann mit dem Wein oder der Brühe übergießen. Die Flüssigkeit sollte nicht den ganzen Fisch bedecken, oben sollte er frei sein. Wir heizen den Backofen auf 180°C vor (Ober-/Unterhitze)
Während das quasi fröhlich vor sich hinmariniert, wird die Kruste gemacht. Dazu Butter schmelzen, das Paniermehl unterrühren und abschmecken. Dazu kann ich gar keine Angaben machen, weil ich mir das immer nach Gusto zusammenwerfe. Petersilie und Zitrone dürfen für mich gerne schön dominant sein. Sobald das Ganze etwas "krümelig" aussieht, kommt es auf den Fisch.
Dann die Auflaufform in den Ofen stellen und 15 Minuten auf mittlerer Schiene vollkommen ignorieren. Danach sollte frischer oder aufgetauter Fisch zum großen Teil gar sein, tiefgefrorener Fisch bekommt noch 5 Minuten extra. Ist der Fisch gar (man kann ganz vorsichtig nachgucken), schaltet man den Ofen auf 200°C Umluft oder Grill, wenn man den hat und stellt die Form eine Etage nach oben. Dann wird die Kruste etwas fester und knuspert nachher schön. 10-15 Minuten so lassen, aber immer ein Auge darauf haben. Es variiert tatsächlich je nach Ofen (meiner wird wirklich schweineheiß, da muss man immer ein aufmerksames Auge haben), weswegen man beim ersten Mal aufpassen sollte wie ein Schießhund. Wenn man sich dann damit vertraut hat wie was reagiert, kann man getrost auch mal nen Kaffee trinken.
Sobald man es rausholt fällt auf, dass der Fisch an Größe verloren hat. Ganz normal, ist auch beim Fertiggericht so. Ich lasse das dann noch etwa 10 Minuten stehen, damit es sich etwas "setzt" und fange dann erst an zu portionieren (das ist bei allen Aufläufen und "Ofensachen" generell eine gute Idee)
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Wir sind zu dritt satt geworden und ich konnte noch etwas einfrieren. Dazu habe ich nur Spinat und einen Gurkensalat gemacht, aber ich kann mir auch gut Salzkartoffeln dazu vorstellen.




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