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Abnehmen... Was bisher geschah

So.
Es ist nun mal schlicht und ergreifend ein Fakt, ich bin einfach zu dick.
That's how it is. Kein Zuckerguss drum. 

So richtig aufgefallen ist mir das aber erst 2015 nach der Geburt meines Sohnes. Klingt komisch, aber man kann sich selbst so wunderbar selbst bescheißen. 

2014 bekam ich die Diagnose Hashimoto Thyreoiditis, das erklärte mir zumindest schon mal, warum alle Versuche abzunehmen nicht so richtig fruchten wollten. Aber kurz nach der Diagnose war ich schwanger. Ich habe mich zwar in der Schwangerschaft wirklich gesund ernährt, aber der Schaden war nun mal schon passiert und ich war äußerst übergewichtig. Dreistellig schwanger war nicht gut, trotzdem kam ich um die Gestationsdiabetes herum. Schwein gehabt. 

Bis zur Geburt nahm ich weitere 9 Kilo zu. Das ist grundsätzlich erst mal im Rahmen. Immerhin wog mein Sohn auch 4,5 Kilo. Danach überkam mich aber nicht die Erkenntnis: "Jetzt aber!", ich war beschäftigt mit einem Baby das nicht so richtig gestillt werden konnte, mit mir selbst... Ich nahm zwar sofort alle 9 Kilo ab, nahm im ersten Jahr dann aber 12 wieder zu und hatte meinen Höchststand erreicht. 

Es dauerte jedenfalls bis April 2016, bis ich nach Ewigkeiten wieder auf einer Waage stand. Und ich habe mir das echt tagelang überlegt und mit mir gekämpft. Und da der 01.04. ein Tag für schlechte Witze ist, nahm ich diesen zum Anlass für die Wahrheit.  

Dort traf mich recht umgehend der Schlag.
Ich war bei einem Gewicht angekommen, was man mit "Adipositas permagna" beschreibt. Also für meine Körpergröße viel mehr Gewicht als überhaupt gut oder diskussionsfähig ist.
Nicht, dass ich das vorher nicht hätte sehen müssen, aber man will es auch manchmal einfach nicht sehen. Ich hatte Probleme beim Treppen steigen, bei der Körperhygiene (und das ist noch unschöner als man sich das vorstellt) und natürlich auch beim Aussuchen passender Bekleidung. Davon abgesehen, dass ich mich vor meinem Partner nicht wohlfühlte, kamen bald wieder Kommentare wie: "Oh, habt ihr nachgelegt?", kommentierte ich nur mit: "Nein, ich bin halt einfach fett.", wehgetan hat es trotzdem.
Ich rannte also zu meinem Arzt, der mich zum Ernährungsmediziner schickte. Zusammen haben wir dann einen Plan ausgeheckt. 

Bis heute habe ich 30 Kilo abgenommen. Es geht langsam, aber ich habe nicht mehr zugenommen (also natürlich auch mal 2 Kilo nach Weihnachten oder so, aber eben nie mehr).
Ich habe 2 Jahre Low Carb durchgezogen, momentan bin ich aber wieder bei Mischkost, weil mir doch etwas gefehlt hat und ich Ende des letzten Jahres unter Heißhunger litt.
Was hat sich dadurch verändert? 





Zunächst natürlich meine Körperfülle.
Meine Konfektionsgröße.
Meine Schuhgröße (ja das geht auch!).
Ich trage jetzt schon Hautlappen an mir rum, die doof aussehen und scheuern.
Ich achte ziemlich auf meine Postionsgrößen, auf was ich überhaupt so esse.
Ich beobachte mich selbst eingehender.
Ich habe mehr Energie und Ausdauer, bin beweglich und weniger schwerfällig.
Ich bin ehrlicher zu mir selbst. Egal was war, ich gehe auf die Waage. Meistens. Manchmal komme ich nicht dazu, aber spätestens jeden 2. Tag kontrolliere ich mich.
Und das halte ich für das wichtigste. Kontrolle und Ehrlichkeit zu sich selbst. Sein Gewicht zu schätzen ist ne blöde Idee. Egal was man vorhat, erst mal wiegen.
Ich bin noch nicht am Ende angekommen. Mindestens 20, bestenfalls 30 Kilo müssen noch weg. Und ich nehme mir Zeit dafür. Man kann den Schaden den man in Jahren angerichtet hat kaum in Monaten ausgleichen. Mir ist eigentlich egal wie lang es dauert, aber Hauptsache gesund.

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