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Cake-Pop-Brathähnchen

Meine Backkünste sind nicht so ganz wie ich das gerne hätte. Als ich 2015 nach stundenlanger, mühevoller Kleinst- und Handarbeit die Tauftorte meines Sohnes betrachtete wollte ich weinen, so hässlich fand ich sie. Klobig und unförmig. Aber am Ende hat mir das zwei Dinge beigebracht:

1. Planung ist alles.
2. Im Bezug auf Torten und Kuchen kann ich persönlich gerne immer ein bisschen schummeln, dann wird das Ergebnis für alle etwas appetitlicher anzusehen. Denn lecker sind meine Kuchen immer, das ist also kein Problem.

Und so konnte ich zu seinem 4. Geburtstag tatsächlich eine "Avengers"-Torte aus dem Ärmel schütteln, wo ich mich mit so einem Quatsch wie "Fondantdecke" gar nicht erst abgab, sondern eine fertige kaufte, die Tortenböden kaufte, aber die Deko selbst machte und die Buttercreme on fleek war.


Für die Silvesterparty wollte ich eigentlich ein Motto haben, das Motto war "Fake it 'til you make it!" und urspünglich hatte ich groß geplant, ausschließlich Essen zu servieren, was aussah wie etwas völlig anderes (Rubik's Cube als Salat, Kekse die nach Pizza schmecken...).
Aber zwischen Weihnachten und Silvester war dermaßen wenig Zeit, und dann hatte mich auch noch ein garstiger Infekt gepackt, dass ich mich auf 2 Dinge beschränkte - nur für den Lacher.
Eine davon war eben das Cake-Pop-Brathähnchen.

Cake-Pops und ich haben so eine Hassliebe hinter uns. Die ersten die ich je machte waren für lange Zeit die letzten. Ich schnallte nicht, dass sie nicht so dick sein konnten, fluchte weil sie immer wieder an ihren Stäbchen herabrutschten und so richtig hübsch waren sie dann auch nicht.
2014 zog ich in meine erste alleinige Wohnung (ich hatte vorher schon woanders gewohnt, aber nicht alleine, 2014 war ich das erste Mal alleine) und bekam zur Einweihung einen Cake-Pop- und Muffinbäcker geschenkt. Dieser ist nicht ganz unschuldig am Zusammenkommen meines Mannes und mir, aber das ist eine andere Geschichte, die ich möglicherweise mal erzählen werde...
Whatever, dieses Ding machte super leichte, fluffige Cake-Pops oder auch Pancake-Bites. Die Liebe zu Cake-Pops kam zurück.

Nun wollte ich also zu Silvester einen netten, lustigen Nachtisch machen und keine Ahnung wieso, ich landete beim gefakten Brathendl. Denn einen Kuchen machen, ihn füllen, beschneiden, ummanteln, mit Guss versehen - alles viel zu viel Arbeit. Es muss doch einfacher gehen!


So dachte ich an die Art, wie Cake-Pops gemacht werden. Und daraus entstand dies:

3x300g fertigen Rührkuchen
(oder selbst gebackenen Kuchen)
300g Frischkäse
300g Kuvertüre Milchschokolade
50g weiße Kuvertüre
1 TL Kokosöl

Den Kuchen zerdrücken und gut mit dem Frischkäse vermischen. FIY: fertiger Rührkuchen ist wahnsinnig süß, bei selbst gemachtem würde ich die Zuckermenge im Rezept mindestens halbieren, sonst wird es sehr mächtig. Vor allem wenn man statt Frischkäse lieber einen anderen "Kleber" wie Marmelade verwenden möchte.

Gerne etwas von der entstandenen Masse probieren, dann kann man noch etwas am Geschmack tun, wenn er zu oder zu wenig süß ist.
Jetzt geht es ans formen. Ein Brathähnchen ist ja glücklicherweise nichts sonderlich filigranes. Ich empfehle aber im Körper Stellen einzudrücken, wo die Beine erst mal nur angelegt werden. Für die Flügel auch Mulden eindrücken. Die Flügel noch nicht platzieren, sondern separat formen und erst mal daneben legen. Am Ende der Beine Knochenköpfe formen.
Das "Hähnchen" auf einem Teller (am Besten mit Folie oder Backpapier unterlegt!) eine Stunde kühlen.

Kurz bevor es heraus soll die Hälfte der Kuvertüre mit 1/3 des Kokosöls schmelzen. Dann das Huhn einpinseln. Jetzt können die Flügel auf die erste Schokoschicht gelegt werden. Abstützen oder mit Zahnstochern fixieren (bei mir rutschten sie sonst herunter) und auch mit Schokolade einstreichen. Nochmal in den Kühlschrank. Ruhig ganz fest werden lassen. Der Kuchen hat dann einfach mehr Halt. Danach die andere Hälfte der Kuvertüre mit Kokosöl schmelzen und eine zweite Runde. Jetzt sollte es schon fast echt aussehen. Wer ganz sicher gehen will, steckt das Hähnchen jetzt nochmal in den Kühlschrank, bis unten an den Beinen alles trocken ist. Dann kann nämlich die weiße Kuvertüre mit etwas Kokosöl geschmolzen werden. Eine oder zwei Schichten auf die Knochenköpfe.

Danach sollte der Kuchen im Kühlschrank ganz abkühlen und aushärten. Ist alles geglückt, sollte er sich ohne Probleme auf einer Kuchenplatte unterbringen lassen.



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